Samtgemeindeverband Hambergen

Pressesartikel erschienen im Osterholzer Kreisblatt

Quellenangabe:

Herausgeber: Osterholzer Kreisblatt
Erscheinungsdatum: 26.01.2015
Journalist: Peter von Döllen

Arend Wehmann hält eine Rückhaltefläche am Streekgraben für gut.   © Peter von Dölle

Wehmann plädiert für Rückhaltefläche

Hamberger CDU-Politiker sieht Entlastungskanal kritisch / Antrag erstaunt Bürgermeister Gerd Brauns

Hambergen. Arend Wehmann ist skeptisch. „Ich bin nicht sicher, ob ein Entlastungskanal Hambergen bei seinen Wasserproblemen wirklich helfen kann“, sagt er. Bei 300 000 Euro Kosten wolle die Sache gut überlegt werden. „Wir können nur eine große Maßnahme finanzieren“, warnt der CDU-Politiker. Die finanzielle Lage der Gemeinde Hambergen sei angespannt.

Deshalb hat er im Namen seiner CDU-Fraktion einen Antrag eingereicht. „Es soll auch die Alternative einer Rückhaltefläche am Streekgraben geprüft werden“, erklärt Wehmann. Teile von Hambergens Zentrum standen in den vergangenen Jahren öfter unter Wasser. Immer wieder wurde festgestellt, dass hauptsächlich außergewöhnliche Starkregenereignisse schuld waren. Seitdem wird heftig über die Hamberger Oberflächenwasserentsorgung diskutiert. Vor allem einige Bürger sind besorgt und fordern Lösungen.

Ende November hatte Bürgermeister Gerd Brauns in einer Ratssitzung das Oberflächenwasserproblem der Gemeinde ausführlich dargelegt und Lösungsmöglichkeiten aufgelistet. Neben einem Rückhaltebecken und einem Überlaufbecken hatte Brauns auch Pläne für einen Entlastungskanal vorgestellt. Dieser könnte Regenwasser direkt in den Butterweidengraben ableiten, bevor es in den Ortskern laufe, so die Idee. Brauns betonte aber, keine Maßnahme könne Ausnahmestarkregen bewältigen. Das räumt auch Wehmann ein. Er hat sich die Sache genau angesehen und hat Zweifel, ob die Idee des Entlastungskanals so gut ist. Er glaubt: Der Streekgraben ist der Flaschenhals an der Sache. Das ganze Oberflächenwasser wird über den Streekgraben abgeführt, der dann im Butterweidengraben mündet. „Das Wasser aus dem Entlastungskanal fließt auch in den Streekgraben und würde ihn belastet“, sagt Wehmann..

Egal, ob über den bestehenden Zufluss oder über die Entlastung, das Wasser muss durch den Streekgraben. Schaffe er das nicht, könnte das Wasser wieder in den Ortskern zurück gestaut werden, fürchtet Wehmann. Er bringt deshalb eine andere Idee ins Spiel: ein Rückhalte- oder Entlastungsbecken direkt am Streekgraben. „Der Durchfluss muss verzögert werden. Wir haben deshalb beantragt, den Vorschlag zu prüfen“, erklärt Wehmann.

Die Sache ist nicht neu. „Die Meinung älterer Bürger wurde nicht eingeholt. Viele glauben, das Entlastungsbecken ist die Lösung“, erklärt Wehmann. Und: Die Einschätzung einiger Fachleute hätten ihn bestärkt. Auch der Wasser- und Bodenverband Hambergen teile seine Meinung. „Die Machbarkeit wurde schon geprüft“, weiß Wehmann. Er räumt allerdings ein, dass noch einiges zu regeln wäre – beispielsweise der Kauf der nötigen Flächen. Die Sache sollte aber durchdacht werden.

Bürgermeister Gerd Brauns zeigte sich über den Antrag erstaunt. Der Entlastungskanal sei eine Möglichkeit. Aber: „Es ist eine politische Entscheidung.“ Sie stehe noch aus und werde vermutlich bei der Aufstellung des Haushaltes behandelt werden. „Dafür werden wir natürlich fachmännische Meinungen einholen“, versichert Brauns. Sie sollen die Auswirkungen der Maßnahmen erläutern. Die Sache sei leider sehr komplex.

Zum Streeckgraben sagt Brauns: „Der Graben fällt zum Butterweidengraben ab. Wenn er frei ist, fließt das Wasser auch ab.“ Unlängst sei er geräumt worden. Und: Der Entlastungskanal würde direkt in den Butterweidengraben einmünden und den Streekgraben nicht direkt belasten.



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