Samtgemeindeverband Hambergen

Pressesartikel erschienen im Osterholzer Kreisblatt

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Herausgeber: Osterholzer Kreisblatt
Erscheinungsdatum: 01.12.2015
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Arend Wehmann (Mitte, CDU) hat 30 Jahre im Rat der Gemeinde Hambergen mitgewirkt. Parallel zur Ehrung gab Arend Wehmann jetzt sein Mandat aus persönlichen Gründen ab.    © Brigitte Lange

CDU-Politiker Arend Wehmann legt Mandat nieder

Nach 30 Jahren im Rat Hambergen

Insgesamt 30 Jahre lang hat Arend Wehrmann im Hamberger Rat Kommunalpolitik betrieben. Nun legte der CDU-Fraktionschef sein Mandat nieder. Die SPD bedankte sich bei Wehrmann für eine "schöne Zeit".

Wenn die Ratsmitglieder von Hambergen hätten entscheiden können, ob Arend Wehmann sein Mandat zurückgeben soll oder nicht, sie hätten gegen seinen Abschied gestimmt; da war sich Wilfried Fischer (SPD) sicher. Aber der Rat hatte bei dieser persönlichen Entscheidung des CDU-Fraktionsvorsitzenden kein Mitspracherecht. Den Politikern blieb daher nur, die Entscheidung ihres Mit- und Gegenstreiters zu akzeptieren. Und, wie Fischer es tat, ihm „für die schöne Zeit“ zu danken.

„Als ich das erste Mal die Aufgabe des Alterspräsidenten im Rat übernahm, ist mir aufgefallen, wie alt ich inzwischen geworden bin“, sagte Wehmann. Er habe immer gern für den Rat kandidiert, sich stets gern für die Bürger eingesetzt. An den SPD-Fraktionsvorsitzenden Fischer gerichtete, sagte er: „Für uns war es immer wichtig, etwas für die Gemeinde zu bewegen. Unser Weg dorthin war vielleicht unterschiedlich, aber das Ziel war das gleiche.“ Inzwischen habe er aber das Gefühl, die Menschen seien nur noch auf sich selbst fokussiert; das große Ganze zähle nicht mehr. Er fürchte, dass es 2016 schwierig werden könnte, Kandidaten für die Kommunalwahl zu gewinnen.

Den Entschluss, die Politik an den Nagel zu hängen, habe er gefasst, als er bei der aktiven Feuerwehr aufhörte. „Da wollte ich noch einmal für den Rat kandidieren“, berichtete er. „Und wenn meine Frau und ich dann beide in Rente wären, wollte ich aufhören, damit wir gemeinsam etwas von dieser Zeit hätten“, sagte Wehmann, der Jahrgang 1949 ist. Nun, da dieser Moment gekommen ist, blickt Arend Wehmann auf 30 Jahre Ratsarbeit zurück: Dabei folgte den ersten 15 Jahren von 1976 bis 1991 eine Pause von neun Jahren, bevor er im Jahr 2000 als Nachrücker für Dietmar Prigge zurückkehrte und Fraktionschef wurde.

„30 Jahre Opposition – das ist zwei mal lebenslänglich unter verschärften Bedingungen“, dankte ihm Bürgermeister Gerd Brauns (SPD) mit einem Schmunzeln. Die Kontrollfunktion der Opposition habe Wehmann dabei stets mit sehr viel Respekt dem Anderen gegenüber erfüllt. Wilfried Fischer wies seinerseits daraufhin, dass Trommeln zum Handwerk gehöre und dass sie das beide gern getan hätten, aber: „95 Prozent der Entscheidungen haben wir am Ende gemeinsam getroffen“.

Auch Dörte Malkison (FDP) und Katja Barz (UKA) bedankten sich beim scheidenden Christdemokraten. „Ich habe gern mit dir gearbeitet; es war anregend, mit dir Gedanken auszutauschen und gemeinsam etwas zu erreichen; Du wirst uns allen und mir besonders fehlen“, sagte Barz.

Tim Meyer und Barbara von Rönn dankten ihrem Fraktionschef für die gute Arbeit. Den eigentlichen Abschied wollen sie zu einem späteren Zeitpunkt begehen. Für Susanne Geils, Kreisvorsitzende des Städte- und Gemeindebunds, stand weniger der Rücktritt von Wehmann als sein 30-jähriges Jubiläum im Vordergrund. Dafür verlieh sie ihm die silberne Ehrennadel des Städte- und Gemeindebundes. Denn, so betonte sie: „Dieses Ehrenamt ist nicht das Beliebteste.“ Die, die es ausführten, würden immer für alles verantwortlich gemacht.

„Es ist ein Ehrenamt, für das man Durchhaltewillen, Fingerspitzengespür, Durchsetzungsvermögen und ganz viel Diplomatie mitbringen muss.“ Dass Wehmann all das besitze, beweise die Reaktion der Ratskollegen auf seinen Rücktritt. „Alle sagen, es ist schade, dass Sie gehen.“ Dass Arend Wehmann nur aus persönlichen Gründen aufhöre, mochte sie daher kaum glauben. Sie tippe darauf, dass er ein Jahr vor den Kommunalwahlen bewusst Platz mache für die jüngere Generation – so wie er es bereits durch seinen Rücktritt aus dem Samtgemeinderat getan hatte.

Tatsächlich gibt es einen Nachrücker: Ralf Grotheer, 50 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, übernimmt Sitz und Amt im Rat.



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